Wie dein Zuhause riecht: Von gesunder Raumluft bis zum angenehmen Duft
Raumduft ist so viel mehr als ein Fläschchen mit Rosmarinaroma und Diffusorstäbchen.
Gute Raumluft wird leider unterschätzt. Dabei sind gut duftende Räume so anziehend wie gut riechende Menschen. Gute Raumluft ist daher so wichtig wie deine Einrichtung.
Wie dein Zuhause riecht: Von gesunder Raumluft bis zum angenehmen Duft
- Das Wichtigste in Kürze
- 1. Duft ist ein Speicher von Erinnerungen
- 2. Der Sinn, der beim Wohnen hinten runterfällt
- 3. Du bist die Einzige, die deine Wohnung nicht riecht
- 4. Deine Raumluft und was da noch drin ist
- 5. Lüften und Luftfeuchtigkeit – schnell und kostenlos
- 6. Deine Einrichtung ist auch eine Geruchsquelle
- 7. Mythos entlarvt: Deine zwei Zimmerpflanzen reinigen nicht die Luft
- 8. Jetzt wird gestaltet - in drei Ebenen
- 9. Düfte zu unterschiedlichen Jahreszeiten
- 10. Welcher Duft wofür?
- 11. Wenn dir alles zu viel wird
- 12. Häufige Fragen zu Raumluft und Raumduft
Das Wichtigste in Kürze
Wie dein Zuhause riecht, entsteht in drei Schichten, und zwar in dieser Reihenfolge:
Der Grundgeruch. Regelmäßig querlüften, Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent halten, Textilien waschen, Papier im Raum reduziert halten.
Die Materialien. Massivholz, Leinen, Wolle und Wachs riechen von selbst gut. Spanplatten, Billigfarben und Teppichkleber gasen aus, teils über Jahre.
Der Akzent. Erst ganz zum Schluss kommen Aromaöle, Kerzen oder eine Gewürzschale dazu - wenn du magst.
Wer bei Schicht drei anfängt, legt nur Orange über Muff. Und ja: Zimmerpflanzen reinigen die Luft nicht, das ist ein hartnäckiger Mythos.
1. Duft ist ein Speicher von Erinnerungen
Ich öffne den Deckel der Holzkiste, und bevor ich eine einzige Kugel in der Hand habe, ist Weihnachten da. Ich kann es riechen.
Die Kiste stand bei meinen Eltern auf dem Dachboden. Darin lag der Christbaumschmuck aus Seiffen im Erzgebirge, dazu ein Räuchermännchen für die Sandelholzkegel und ein samtroter Nussknacker mit Bart aus Kaninchenfell. Meine Verwandten kamen aus Sachsen, und in den Siebzigern gab es dort nicht viel zu kaufen. Also bekam ich Handgemachtes geschenkt.
Den Nussknacker habe ich nach meinem Auszug dagelassen. Zu bunt, zu viel. Was geblieben ist, ist der Geruch dieser Kiste. Sperrholz, Sandelholz, altes Zeitungspapier. Den habe ich heute noch in der Nase, fünfzig Jahre später. Und das finde ich krass: Von Weihnachten ist mir vor allem in Erinnerung, was ich gerochen habe.
Das hat einen Grund. Alles, was du siehst und hörst, wird im Gehirn erst umgeleitet und sortiert, bevor es beim Gefühl ankommt. Gerüche nehmen diesen Umweg nicht. Sie landen sofort dort, wo Erinnerung und Emotion sitzen. Deshalb reicht schon ein ähnlicher Geruch, und du bist wieder acht Jahre alt und auf dem Dachboden deiner Eltern.
Frisch gemähtes Gras. Spätestens wenn es danach riecht, ist der Sommer da oder nicht mehr weit.
Gedeckter Apfelkuchen im Ofen. Das ist Geborgenheit pur. Doch das nimmst du nur wahr, weil du eben nicht jeden Tag backst.
Nasser Asphalt nach dem ersten Sommergewitter. Der Boden dampft, es riecht warm, erdig und nach den langen Schulferien.
Lass mich raten: Bei den Düften, die dir gerade eingefallen sind, war kein einziger künstlicher dabei. Unsere Nasen erkennen tausende Gerüche wieder. Manche beschäftigen uns so lange, bis uns endlich einfällt, woran sie uns erinnern. Und die Natur will es so, dass uns gut duftende Menschen und Orte anziehen.
2. Der Sinn, der beim Wohnen hinten runterfällt
Leider kommt den meisten Menschen beim Wohnen nur Sehen und Fühlen in den Sinn. Die anderen Sinne fallen beim Einrichten oft hinten runter.
Über Wandfarben wird wochenlang diskutiert, über Steckdosenpositionen auch. Über die Luft, die du acht Stunden pro Nacht einatmest, redet fast niemand. Dabei verbringen wir rund 90 Prozent unserer Zeit in Innenräumen - 60 Prozent davon zuhause.
Uns geht es gut, wenn wir wortwörtlich alle Sinne beisammen haben. Beim Wohnen nutzen die meisten Menschen aber nur zwei.
Sehen ist der Hauptsinn. Darüber ließen sich Regalmeter füllen, das vertiefe ich hier nicht.
Fühlen hat glücklicherweise aufgeholt. Du kennst das: Du berührst gern Dinge, die du magst. Über das Sehen allein bekommen wir nicht alle Informationen, also haken wir nach. Sieht ein Boden aus wie Holz, wollen wir Holz fühlen. Ist es eine Fliese in Holzoptik und beim Barfußlaufen kalt, sind wir zu Recht irritiert. Zum Entspannen denkt niemand an eine kratzige Wolldecke.
Hören ist die größte Baustelle in Privathäusern. Akustik ist da kaum ein Thema. Und dann wundert man sich, warum der neue offene Wohn- Essbereich so anstrengend ist.
Schmecken. Du fragst dich jetzt vielleicht, ob du in die Tischplatte beißen sollst. Nein. Aber dein Abendessen schmeckt an einem gedeckten Tisch anders als im Stehen neben der Spüle.
Riechen kommt in der Planung praktisch nicht vor.
Genau da setzt meine Arbeit an. Sensory Wellbeing Design© heißt: Ein Raum wirkt über alle acht Sinne gleichzeitig auf dein Nervensystem, nicht nur über den, den man fotografieren kann. Ein stimmiger, reizarmer Raum gibt dir Energie zurück. Ein unruhiger kostet dich welche - auch wenn auf dem Foto alles richtig aussieht.
Mit guten Düften ist es wie mit Materialien, die wir gern anfassen: Es geht uns damit besser.
3. Du bist die Einzige, die deine Wohnung nicht riecht
Ein bisschen gemein ist das schon. Nach wenigen Minuten hört deine Nase auf, einen gleichbleibenden Geruch zu melden. Sinnvoll, sonst würdest du dich den ganzen Tag damit beschäftigen.
Praktisch heißt das: Wie es bei den Müllers riecht, weißt du ziemlich genau. Wie es bei dir riecht, weißt du nicht.
Meistens merkst du es erst nach einer Reise. Da hat sich abgestandene Luft zum Gesamtduft gemischt, und das riecht stickig.
Mach den Test, dauert zwei Minuten. Geh raus, einmal um den Block, tief durchatmen. Dann komm zurück und bleib im Flur stehen, bevor du die Jacke ausziehst.
Was du in dieser Sekunde wahrnimmst, riechen deine Gäste die ganze Zeit.
4. Deine Raumluft und was da noch so drin ist
Drei Dinge sammeln sich in einem geschlossenen Raum an.
Feuchtigkeit. Ein Vierpersonenhaushalt gibt täglich rund zehn Liter Wasser an die Luft ab. Atmen, Duschen, Kochen, Wäsche. Eine Waschladung auf dem Ständer im Wohnzimmer sind allein zwei bis drei Liter.
CO₂. Ab etwa 1.000 ppm wirst du müde und unkonzentriert, ohne zu wissen warum. Deshalb schläfst du im Meeting ein und im Zug nicht.
Ausgasungen. Flüchtige organische Verbindungen, kurz VOC. Aus Farben, Klebern, Spanplatten, Teppichrücken, Lacken. Und sie werden mit jedem Grad mehr.
5. Lüften und Luftfeuchtigkeit - schnell und kostenlos
Die schnellste und billigste Maßnahme: gekippte Fenster bringen fast nichts. Der Luftaustausch ist minimal, dafür kühlt die Wand rund ums Fenster aus, und genau dort setzt sich später der Schimmel ab. Ja, schönen Dank auch. Was funktioniert: gegenüberliegende Fenster ganz auf, Innentüren offen, Durchzug. Querlüften.
Wie lange, hängt vom Temperaturunterschied ab. Je kälter draußen, desto schneller geht es:
Winter, Querlüften: etwa 5 Minuten
Winter, nur ein Fenster: 10 bis 15 Minuten
Frühling und Herbst: 10 bis 20 Minuten
Sommer: 20 bis 30 Minuten, weil das Gefälle fehlt, das die Luft bewegt
Drei bis vier Mal am Tag, Heizung dabei runterdrehen. Wenn du eine Lüftungsanlage hast: Fenster zulassen und die Filter wechseln und Sommer- & Winterbetrieb beachten.
Dazu die 40-60-Regel. Zwischen 40 und 60 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit fühlt sich fast alles gut an. Darunter trocknen die Schleimhäute aus. Darüber schlägt sich Feuchtigkeit an kalten Außenwänden nieder, hinter dem Schrank, in der Zimmerecke. Schimmel reicht eine feuchte Oberfläche.
Kauf dir ein Hygrometer und stell den Wäscheständer nicht ins Schlafzimmer.
Achtung: Im Sommer Kellerfenster tagsüber geschlossen halten, nur bei kühler, trockener Außenluft lüften - meist spätabends, nachts oder frühmorgens. Warme, feuchte Außenluft gelangt sonst in den kühlen Keller, kühlt an den kalten Wänden ab und gibt dort Feuchtigkeit als Kondenswasser ab – die sogenannte Sommerkondensation. Das kann Schimmel begünstigen.
Kurz und kräftig stoßlüften statt die Fenster dauerhaft zu kippen.
Kellerluftfeuchte mit einem Hygrometer kontrollieren; dauerhaft hohe Werte sind problematisch.
Auch Kellertüren und Lichtschächte bei schwül-heißem Wetter möglichst geschlossen halten.
Teppiche haben oft einen Eigengeruch, den du mögen musst.
6. Deine Einrichtung ist auch eine Geruchsquelle
Das ist der Teil, den ich am häufigsten erklären muss: Alles, was mit Oberfläche und Einrichtung zu tun hat, hat einen Eigengeruch. Manchmal verfliegt er in Tagen. Manchmal hält er sich über Jahre.
Wände riechen. Nicht jeder Putz- oder Farbgeruch ist nach einer Woche weg. In innenliegenden Bädern und Treppenhäusern hält er sich manchmal jahrelang, weil dort nie richtig Luft durchgeht. Also keine Billigfarbe aus dem Angebot.
Teppichkleber ist ein Klassiker. Bleiben beim Wechsel Reste des alten Klebers unter dem neuen, kann ein Geruch entstehen, den du nicht mehr loswirst.
Pressholz und Spanplatten gasen aus, oft jahrelang. Massivholz, Linoleum, Wolle und Leinen tun das nicht.
Kunststofftextilien - Sofabezüge, Gardinen, Plaids - riechen bei Wärme schnell unangenehm. Sonneneinstrahlung und Fußbodenheizung verstärken alles.
Leder ist Geschmackssache. Auch hochwertig und pflanzlich gegerbte Bezüge können einen ganzen Raum dominieren. Der eine merkt es nicht, hochsensiblen Menschen ist es zu aufdringlich.
Papier speichert Gerüche. Alte Kartons und Zeitungsstapel haben einen kräftigen Eigengeruch. Je mehr Papier und alte Bücher in einem Raum, desto dumpfer riecht er.
„Im Laden nicht nur anfassen, sondern auch mal schnuppern.
Ja, vor allem auch an einem Teppichmuster!“
Drei Dinge, die du sofort tun kannst:
Erstens: dran richen, was du kaufst. Ich habe selbst mal einen Läufer bestellt und nicht zurückgeschickt. Der stand dann drei Wochen auf der Terrasse. Danach hat ihn die Nachbarin für ihre Gartenlaube brauchen können.
Zweitens: auf Siegel achten. Blauer Engel, Emicode EC1, natureplus.
Drittens: neue Möbel ein paar Tage in einem gut gelüfteten Raum ausdünsten lassen, bevor sie ins Schlafzimmer kommen.
Mythos von gestern: Einzelne Zimmerpflanzen haben keinen Einfluss auf die Luftqualität.
7. Mythos entlarvt: Deine zwei Zimmerpflanzen reinigen nicht die Luft
Sie sehen schön aus, sie tun dir gut, sie bringen Natur ins Haus. Alles wahr. Aber sie filtern deine Raumluft nicht.
Der Irrtum stammt aus einer NASA-Studie von 1989. Damals wurde eine Pflanze in eine versiegelte Kammer von einem Kubikmeter gestellt und ein einzelner Schadstoff eingeleitet. Kein Fenster, keine Luftbewegung.
Als Forscher 2019 dreißig Jahre Studien neu durchgerechnet haben, kam heraus: Du bräuchtest zwischen 10 und 1.000 Pflanzen pro Quadratmeter, um an die Wirkung eines geöffneten Fensters heranzukommen.
Also: Pflanzen ja. Aber nicht als Luftreiniger.
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8. Jetzt wird gestaltet - in drei Ebenen
Erst wenn die Basis stimmt, kommt der Duft.
Ebene eins: der Grundgeruch. Textilien speichern alles - Vorhänge, Teppich, Sofabezug, Hundedecke. Waschen, lüften.
Ebene zwei: die Materialien. Massivholz, Leinen, Wolle, Bienenwachs, Seife. Die duften von selbst, leise und unaufdringlich. Pflegst du einen unlackierten Holzboden oder einen Eichentisch mit Bienenwachs, verstärkst du seinen guten Eigengeruch für Wochen.
Ein Stück Naturseife beduftet einen Kleiderschrank, eine Wäscheschublade oder ein genzes Gästebad. Manche Seifen sind so schön, dass sie als kleine Sammlung in einer Schale vor sich hinduften können.
Ebene drei: der Akzent. Aromaöle, Diffusoren, Kerzen, beduftete Kieselsteine, Potpourris. Ich habe das ganze Jahr ein Gläschen Orangenöl auf dem Schreibtisch und träufle es auf unglasierte Kieselsteine - damit kann ich mich besser konzentrieren, und es sieht nebenbei gut aus.
„Mit einem Raumduft liegst du dann richtig, wenn du fast die Versuchung hast, ihn auf der Haut zu tragen.“
Investiere hier lieber einmal richtig. Hochwertige, natürliche Düfte machen selten Kopfschmerzen - anders als ihre günstigen, künstlichen Kollegen, die nach WC-Reiniger riechen. Preis und Einkaufsort sind brauchbare Anhaltspunkte. Ich kaufe im Naturladen oder bei Dipthyque.
Frische Blumen gehören auch hierher. Sie reinigen die Luft nicht, aber sie duften und bedienen unser Bedürfnis nach Natur. Auch hier ist es Geschmackssache: Lilien und Maiglöckchen machen manchen Menschen Kopfschmerzen. Ich mag im Frühling weiße Pfingstrosen auf dem Schreibtisch.
Bei Blumen gehen die Meinungen auseinander. Gerade weiße Blumen können so stark duften, dass sie Kopfschmerzen verursachen können.
9. Düfte zu unterschiedlichen Jahreszeiten
Frühling. Ein Bündel Flieder in der Vase, und du weißt sofort, welche Jahreszeit ist. Getrocknete Lavendelzweige sehen dekorativ aus und vertreiben nebenbei Motten.
Sommer. Der einfachste Duft überhaupt: offene Fenster am Morgen, frisch gemähtes Gras, warmes Holz auf der Terrasse. Im Sommer musst du fast nichts tun außer lüften.
Herbst. Holz, Bienenwachskerzen, Kaminfeuer.
Winter und Weihnachten. Das ist die einzige Zeit, in der die meisten Menschen bewusst über Raumduft nachdenken. Schade eigentlich - aber ein guter Einstieg.
Du brauchst dafür keine Deko und keinen reizüberfluteten Laden. Dein Lebensmittelhändler genügt. Nimm eine flache Schale und misch hinein, was du magst:
Zimtstangen - im Bündel.
Gewürznelken - süßlich und sehr dominant.
Sternanis - riecht nach Weihnachtsmarkt und sieht dabei gut aus.
Kardamomkapseln - fein und leicht scharf, kurz vor dem Reinwerfen andrücken.
Getrocknete Orangenscheiben - bringt herbe Frische rein.
Zapfen, Nüsse, ein paar frische Zweige - für die Struktur.
Alle paar Tage ein paar Tropfen naturreines Orangenöl darauf, dann hält die Schale den ganzen Advent. Achte auf naturrein. Künstliche Aromen riechen nach Autoduftbaum.
Zwei Dinge, die kaum jemand weiß: Zimtstangen kannst du nach Jahren mit feinem Sandpapier anrauen, dann duften sie fast wieder wie am ersten Tag. Und richtig gelagert - trocken, dunkel, im Schraubglas - benutzt du dieselbe Mischung mehrere Winter.
Ich dekoriere übrigens nicht. Nicht im Sommer, nicht im Advent. Trotzdem riecht es bei mir im Dezember nach Weihnachten
10. Welcher Duft wofür?
Kein Rezept, sondern meine Erfahrungswerte. Ich bin keine Aromatherapeutin - ich weiß nur ziemlich genau, was in Räumen funktioniert. Zitrone und Limette sind übrigens die Lieblingsdüfte der Deutschen zu Hause. Du kannst Öle auch mischen:
Welcher Duft? Wann? Wo?
| Effekt | Duft | Raum | Zeitpunkt |
|---|---|---|---|
| Gut für Konzentration |
Thymian Minze Koriander Rosmarin Eukalyptus Zitrusdüfte: Zitrone, Limone, Grapefruit, Orange, Bitterorange Mandarine, Kumquat |
Im Homeoffice Im Fläschchen leicht mitzunehmen für den Schreibtisch im Büro In der Küche Im Kinderzimmer bei den Hausaufgaben |
Immer wenn du gerade mehr Fokus brauchst, du nach der Arbeit in der Küche stehst und kochst oder Papierkram erledigst - und natürlich, wenn du länger am Schreibtisch arbeitest |
| Erfrischend Energiespendend |
Zitrusdüfte: Zitrone, Limone, Grapefruit, Orange, Mandarine, Kumquat Zimt Neroli Ingwer Kardamom |
Im gesamten Haus | Wann immer du gerade einen Durchhänger hast Wenn du mit dem Putzen fertig bist Wenn du Gäste erwartest |
| Wärmend Beruhigend |
Süße Orange, Nelke, Vanille, Feigenblätter, Sandelholz, Zedernholz, Granatapfel, Johannisbeere | Eingangsbereich und Wohnzimmer | Wann immer du deine Wohnräume gemütlich haben möchtest und dir nach Wärme und Entspannung ist |
| Sinnlich Entspannend |
Jasmin, Rose, Pfingstrose, Lavendel, Mandarine, Ylang Ylang | Schlafzimmer, Gästezimmer, Badezimmer, Wohnzimmer | Zur Zubettgehzeit Wenn du ein Bad nimmst Wenn dir nach Entspannung ist |
11. Wenn dir alles zu viel wird
Ich bin selbst hochsensibel, und Raumluft war lange mein blinder Fleck. Ich habe Licht optimiert, Akustik geplant, Materialien ausgesucht - und mich gewundert, warum ich in bestimmten Räumen trotzdem nach zwei Stunden Kopfschmerzen hatte.
Reizüberflutung ist nicht nur laut und bunt. Sie kann auch stickig und süßlich sein.
Wenn du zu den 15 bis 20 Prozent gehörst, die feiner wahrnehmen als der Durchschnitt: Taste dich an die Duftmenge heran, die dir guttut. Zwei Düfte, ein Tropfen, dann einen Tag warten. Und nichts davon ins Schlafzimmer - das ist der Raum, der runterfahren soll, nicht noch etwas verarbeiten.
Nimm es außerdem ernst, wenn ein Raum dich müde macht, obwohl darin nichts stört. Häufig ist es die Luft. Und die ist zum Glück das Einfachste von allem, was sich ändern lässt.
Wenn du dich als besonders feinfühlig und sensibel empfindest, dann lies gerne hier weiter:
Wohnen mit Hochsensibilität
Achtsam Wohnen & Bauen
12. Häufige Fragen zu Raumluft und Raumduft
Wie oft muss ich wirklich lüften?
Drei bis vier Mal am Tag, quer, mit ganz geöffneten Fenstern. Morgens nach dem Aufstehen ist Pflicht - über Nacht ist die Luft im Schlafzimmer am schlechtesten.
Reicht ein Luftreiniger nicht aus?
Ein Gerät mit HEPA-Filter kann luftgetragene Partikel wie Pollen, Feinstaub, Staub und teilweise Schimmelsporen reduzieren. Gegen Feuchtigkeit und CO₂ bringt es nichts. Beides bekommst du nur mit Luftaustausch weg.
Es riecht schon muffig. Was jetzt?
Erst die Ursache suchen, nicht überdecken. Textilien waschen, hinter Schränke an den Außenwänden schauen, Altpapierstapel und alte Bücher entsorgen.
Reicht nicht einfach eine Duftkerze?
Für einen Abend ja. Nur riecht eine billige Duftkerze meist nach der Idee von Zimt, nicht nach Zimt. Und sie brennt, wenn du im Raum bist - der Geruch soll aber schon da sein, bevor du reinkommst.
Wie lange gast ein neues Möbelstück aus?
Bei guter Qualität Tage bis Wochen. Bei billigen Spanplatten unter Umständen Jahre. Das ist einer der Gründe, warum sich Massivholz rechnet, auch wenn es t
Ich wohne an einer lauten Straße. Wie soll ich da lüften?
Kurz und kräftig statt lang, am besten früh morgens.
Woran merke ich überhaupt, dass die Luft schlecht ist?
Ehrlich? Meistens erst, wenn du von draußen reinkommst - in den ersten Sekunden. Aber deine Nase gewöhnt sich innerhalb von Minuten an alles.
Duft ist eine von mehreren Ebenen, mit denen ich plane. Wenn dein Zuhause sich nicht gut anfühlt, liegt das selten an einer einzigen Sache.
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Über die Autorin
Martina Velmeden hat den Master of Engineering (M.Eng.) in Innenarchitektur, ist Mitglied im bdia und Inhaberin von Velmeden Atelier in Hirschberg an der Bergstraße, am Rand von Weinbergen bei Heidelberg. Seit 2014 plant und gestaltet sie zeitlos minimalistische und reizreduzierte Innenräume für Ruhe und Entschleunigung, bei Renovierung, Umbau, Modernisierung und Neubau. Erst private Wohnräume und Ferienhäuser, seit 2020 auch Ästhetikinstitute, Praxen und Klinikräume. Für ihre Arbeit erhielt sie den bdia Masterpreis. Sie arbeitet deutschlandweit, in Österreich und der Schweiz, auf den Kanaren und Mallorca sowie online.
Als hochsensibler Mensch hat sie früh gespürt, wie stark Räume auf das Nervensystem wirken. Daraus entwickelte sie ihre Methode Sensory Wellbeing Design©, die Innenarchitektur mit Architekturpsychologie und Neuroästhetik verbindet. Ihre Überzeugung: Gut gestaltete Räume sind für die Gesundheit so wichtig wie Ernährung, Bewegung und Schlaf.
In ihrem Blog, in Interviews und Gastbeiträgen schreibt und spricht sie über Wohnen mit Hochsensibilität, Slow Living, Achtsamkeit und die Wirkung von Räumen auf Wohlbefinden, Regeneration und Erholung. Über ihre Arbeit berichteten unter anderem die Frankfurter Allgemeine Zeitung, der Deutschlandfunk, die Deutsche Presse-Agentur und das dm-Magazin alverde. Vorgestellt wurde sie außerdem in Elle Decoration, Häuser und Myself.
Über Martina Velmeden · Fakten · Projekte · Kundenerfolge · Presse & Publikationen · Google-Rezensionen